Tapezieren

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Mit einer Tapete verleihen Sie Ihrem Zuhause ganz schnell ein neues Aussehen. Seien Sie kreativ – das ist das wichtigste. Tapeten gibt es in vielen verschiedenen Farben und Mustern und unterschiedlichen Qualitätsgraden.

Wichtig
Die besten Ergebnisse erzielen Sie auf glatten, ebenen Oberflächen. Dort haftet der Tapetenkleister besonders gut. Eine gerade erst errichtete und verputzte Wand muss zunächst gut trocknen und mit Grundierung behandelt werden. Dadurch wird verhindert, dass der Putz das Wasser im Kleister absorbiert. Bessern Sie Risse oder andere Schäden zunächst mit Füllstoff aus und schleifen Sie Unregelmäßigkeiten glatt. 

  1. 1. Benötigte Rollenanzahl berechnen

    Beispiel:
    Jede Rolle ist durchschnittlich 10 m lang (1000 cm) und 53 cm breit.

    Wenn der Raum nicht höher als 3 m (300 cm) ist, können Sie drei senkrechte Bahnen von einer Rolle anbringen. Bei Papier mit einem besonderen Muster können es auch weniger sein, da die einzelnen Bahnen immer genau zusammenpassen müssen. Messen Sie die Breite jeder einzelnen Wand und addieren Sie die Ergebnisse. Wenn Sie hohe Fenster und Türen haben, ziehen Sie deren Breite von der Tapetenbreite ab, um die benötigte Breite zu ermitteln. Eine Rolle ist 53 cm breit. Teilen Sie also die Gesamtbreite durch 53, um die erforderliche Anzahl an senkrechten Bahnen zu erhalten.
    Teilen Sie dann den Rest durch drei, da eine Rolle drei Bahnen ergibt. Nun wissen Sie, wie viele Rollen Sie mindestens benötigen. Beispiel: Bei einer kombinierten Wandbreite von 4 x 600 cm oder 2400 cm und einer Höhe von 265 cm brauchen Sie 16 Rollen (2400 : 53 : 3 = 15,1 oder aufgerundet 16 Rollen).

  2. TIPP!

    Achten Sie darauf, dass alle Rollen den gleichen Farbcode haben, da es bei scheinbar gleich aussehenden Rollen minimale Farbunterschiede geben kann.
  3. Geeigneten Kleister wählen

    Es gibt verschiedenartige Tapetenkleister, je nach Dicke oder Material der Tapete. Am gängigsten ist pulverförmiger Universaltapetenkleister. Mischen und rühren Sie den Kleister gründlich, damit er glatt ist und keine Klumpen bildet. Lassen Sie den Kleister vor Gebrauch 10 Minuten stehen. Für Vinyl-, Textil- und Glasfasertapeten brauchen Sie einen speziellen gebrauchsfertigen Kleister und einen Zahnspachtel.

  4. TIPP!

    Tapetenkleister ist auch gebrauchsfertig erhältlich. Es gibt sogar Tapeten mit selbstklebender Rückseite. Legen Sie diese in eine Wanne mit Wasser. Nach wenigen Minuten kann die Tapete angebracht werden.
  5. Extralängen an Ober- und Unterseite zuge

    Achten Sie beim Zuschneiden der Tapete darauf, an Ober- und Unterseite einen Rand von 5 cm hinzuzugeben. Bei einer Tapete mit Muster, das auf der nächsten Bahn fortgeführt werden soll, müssen Sie sogar noch einen größeren Rand hinzugeben. Achten Sie außerdem darauf, dass die Tapete gegebenenfalls in einer bestimmten Ausrichtung angebracht werden muss – Sie möchten doch keine Blumen, die nach unten hängen!

  6. Kleister auftragen

    Legen Sie die Tapetenbahn mit der bedruckten Seite nach unten auf einen sauberen Tapeziertisch. Tragen Sie den Kleister mit der Kleisterbürste auf, klappen Sie beide Enden zur Mitte hin um und legen Sie die Tapete auf den Fußboden. Warten Sie, bis sich der Kleister mit der Tapete verbunden hat. In der Zwischenzeit können Sie die nächste Tapetenbahn auf den Tisch legen.

  7. TIPP!

    Lassen Sie die Tapete nun ungefähr genauso lange einweichen, wie Sie für das Einkleistern gebraucht haben.
  8. Erste Bahn anbringen

    Wände und Fensterrahmen verlaufen nicht immer exakt senkrecht. Prüfen Sie mit einem Senklot (ein an einem Band herabhängendes Gewicht), ob dies der Fall ist. Beginnen Sie mit dem Anbringen der Tapete am besten an einem Tür- oder Fensterrahmen. Kleben Sie die Tapete dabei mit einem Überstand von 3 cm über den Rahmen.

  9. Tapete anbringen

    Falten Sie die obere Hälfte der eingekleisterten Tapete auf und befestigen Sie sie mit einem Überstand von 5 cm an der Decke. Streichen Sie die Tapete mit einer sauberen Tapetenbürste sorgfältig an der Wand glatt. Drücken Sie die Tapete an und gehen Sie dabei von der Mitte nach außen zu den Rändern vor. Drücken Sie die Tapete mit der Hinterkante der Klingen einer Schere in die Linie zwischen Wand und Decke, sodass ein Falz entsteht.

  10. Überstehende Tapete abschneiden

    Ziehen Sie den oberen Teil der Tapete vorsichtig von der Wand ab und schneiden Sie den Überstand entlang der Falzkante mit der Schere ab. Sie können auch eine Holzleiste anlegen und die Tapete mit einem Hobbymesser entlang der Leiste abschneiden. Das geht leichter, wenn Sie den Kleister eine Weile trocknen lassen.

  11. Abschlussarbeiten an Tür- und Fensterrahmen

    Schneiden Sie die überstehende Tapete an den Tür- und Fensterrahmen in einem Winkel von 45° ein. Drücken Sie die Tapete wieder mit der Hinterkante der Scherenklingen gegen die Kante des Tür- oder Fensterrahmens, sodass ein Falz entsteht. Anschließend können Sie die Tapete entlang dieser Falzkante abschneiden.

  12. Weitere Bahnen anbringen

    Am besten bringen Sie die einzelnen Bahnen jeweils ohne Überstand direkt an der Kante der vorherigen Bahn an. Drücken Sie die Nähte dann mit einem sauberen Tuch oder einem Tapetenroller an. Entfernen Sie überschüssigen Kleister vorsichtig mit einem feuchten Schwamm.

    Anbringung in den Ecken
    In einer Zimmerecke lässt sich die Tapete leichter anbringen, wenn sie nur 1 cm über die Ecke übersteht. Schneiden Sie die Tapete der Länge nach zu und drücken Sie sie fest in die Ecke. Bringen Sie dann die andere Hälfte der Tapetenbahn oder eine neue Bahn direkt über dem Überstand von 1 cm in der Ecke an.

  13. Anbringung rund um Steckdosen und Schalter

    Schalten Sie zuerst den Strom ab (Sicherungskasten) und entfernen Sie dann die Abdeckung der Steckdose oder des Schalters. Sie können die Tapete nun direkt über der Steckdose oder dem Schalter anbringen. Schneiden Sie dann die erforderliche Öffnung von der Mitte zu den Ecken hin mit einer Schere aus. Schneiden Sie die entstandene Klappe gerade ab, um die Steckdose oder den Schalter freizulegen. Bringen Sie anschließend die Abdeckung wieder an.

  14. Anbringung rund um Heizungen

    Hinter Heizungen ist das Tapezieren immer schwierig. Am besten schneiden Sie das Papier bis zu den Stellen, an denen die Wasserleitungen aus der Wand geführt werden, längs ein. Kürzen Sie die Tapetenbahn dann entsprechend der Höhe der Heizung. Nun können Sie die restliche Tapetenbahn mit einem Besenstiel, den Sie mit einem Lappen umwickelt haben, oder mit einer sauberen Farbrolle gegen die Wand drücken. Alternativ können Sie den Heizkörper aber auch von der Wand abschrauben und mit einem Holzblock oder ein paar Büchern abstützen. Achten Sie darauf, die Rohre und Anschlüsse nicht zu sehr zu verdrehen, um sie nicht zu beschädigen.

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