Fassade streichen

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Mit einem neuen Anstrich sieht Ihr Haus schön und gepflegt aus und gewinnt noch dazu erheblich an Wert. Außerdem schützt Fassadenfarbe die Außenwände gegen Wind und Wetter. Es sind jedoch einige Kenntnisse und Vorbereitungen nötig, wenn man die Fassade selber streichen will. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um die Arbeit vorzubereiten, und wählen Sie nur hochwertige Materialien. Dadurch gehen Sie sicher, dass Sie ein gutes Ergebnis und langlebigen Schutz erzielen.

Wichtig
Verwenden Sie Pinsel und Farbrollen von guter Qualität. So erhalten Sie ein wesentlich besseres Ergebnis.

  1. Farbe auswählen

    Für Außenwände ist Acryl-Fassadenfarbe (auf Wasserbasis) ideal. Acrylfarbe bietet wasserdichten Schutz, lässt aber trotzdem Feuchtigkeit, die sich in der Wand befindet, nach außen verdampfen. Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, sollten Sie möglichst alle Behinderungen entfernen, z. B. Rollläden, Pflanzen, Büsche oder Efeu. Prüfen Sie auch die Mauerfugen und entfernen Sie sämtliche Dübel, Schrauben, Nägel usw.

  2. Risse und Mauerfugen ausbessern

    Wenn Sie eine alte Mauerwand streichen möchten, finden Sie wahrscheinlich Risse oder Hohlräume in den Fugen. Diese müssen ausgebessert werden, bevor Sie mit dem Streichen beginnen. Entfernen Sie den beschädigten Mörtel, verfugen Sie die Stelle neu und bessern Sie alle Risse und anderen Mängel aus.

  3. Salzausblühungen

    Wenn Sie eine neue Fassade streichen möchten, finden Sie wahrscheinlich Salzausblühungen und weiße Ablagerungen auf der Wand. Dies liegt daran, dass nach dem Abtrocknen von Neubauten Salzablagerungen auf den Wänden zurückbleiben. Solche Ablagerungen können mit einer Drahtbürste oder einem Multi-Stripper mit einer Reinigungsbürste entfernt werden. Den losen Staub können Sie dann mit einer weichen Bürste entfernen. Hinweis: Die sauberen und trockenen Wände dürfen nicht wieder nass werden! Verwenden Sie auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger, da der Ablagerungsprozess sonst von neuem beginnt.

  4. Wand reinigen

    Beginnen Sie immer mit einer sauberen Wand. Wenn die Wand wasserempfindlich ist oder Sie in Waldnähe leben, bilden sich leicht Moose oder Algen auf der Fassade. Sie lassen sich mit einer Drahtbürste und einem Hobbymesser entfernen. Behandeln Sie die Hauswand dann mit einer Bleichlösung im Verhältnis 1:1. Lassen Sie diese einige Stunden einwirken und spülen Sie sie dann sorgfältig mit Wasser ab. Die Wand muss vollständig trocken sein, bevor Sie mit den Malerarbeiten beginnen können. Dies dauert in der Regel einige Tage.

  5. Hochdruckreiniger

    Mit einem Hochdruckreiniger lässt sich der meiste Schmutz von einer Hauswand abwaschen. Gleichzeitig werden auch lose Farb- und Putzreste mit entfernt. Sie können dem Waschwasser bei Bedarf Moosentferner zusetzen. Lassen Sie es einwirken und reinigen Sie die Wand dann erneut. Danach müssen Sie – je nach Wetterlage – 14 Tage warten, bevor Sie mit dem Streichen beginnen können.

  6. Aufsteigende Feuchtigkeit

    Wenn sich Feuchtigkeit in der Hauswand befindet, muss dieses Problem zuerst gelöst werden. Ein Grund könnte sein, dass zwischen Fundament und Wand keine gute Isolierung installiert wurde. In diesem Fall können Sie etwa in einer vertikalen Fuge eine Belüftungsöffnung einbauen oder einen Mauerstein durch ein Belüftungsgitter ersetzen.

  7. Wände mit sandiger Oberfläche

    Bereits früher gestrichene Wände können sandige Ablagerungen aufweisen, auf denen der neue Farbanstrich nicht gut haftet. Deshalb muss die Oberfläche zunächst mit einer speziellen Grundierung vorbehandelt werden. Eine gute, feste Oberfläche ist wichtig, da sonst die neue Farbe nicht richtig haftet und sich nach kurzer Zeit wieder löst.

  8. Sockelanstrich an der Wandunterkante

    Bürsten Sie die Wand in Bodenhöhe sauber, damit der Pinsel nicht mit Erde und Sand verschmutzt wird. Graben Sie, wenn möglich, die Wandunterkante um eine weitere Mauersteinhöhe frei, entfernen Sie Sand und Schmutz und lassen Sie die Wand gut trocknen. Tragen Sie dann eine Grundierung auf unbehandelte Mauersteine auf und lassen Sie sie für mindestens zwölf Stunden durchtrockenen. Wenn Sie diesen „Sockel“ in einer dunkleren Farbe streichen, fallen Schmutzspritzer weniger auf.

  9. Tür- und Fensterrahmen abkleben

    Decken Sie in der Nähe stehende Pflanzen und Büsche mit Kunststofffolie ab. Kleben Sie Fenster- und Türrahmen sowie andere Holzstrukturen mit Abdeckband ab. Streichen Sie dann zunächst die Ränder der Hauswand sowie die Ränder um Türen, Fenster und Rohre. Sorgen Sie dafür, dass die Oberflächen ausreichend überlappen, und streichen Sie von der trockenen Fläche aus bis über die Kanten der nassen Farbe.
    Seien Sie beim Auftragen nicht zu sparsam mit der Farbe – wenn Sie nicht dick genug streichen, kann die Oberfläche ungleichmäßig und fleckig werden.
    Prüfen Sie die Chargennummern der verwendeten Farbe. Sollten sich diese unterscheiden, kann es sein, dass Farbunterschiede beim Streichen oder nach längerer Aufbewahrung der Farbe sichtbar sind.

  10. Farbe auftragen

    Verwenden Sie eine langflorige Rolle für die Streicharbeiten. Die Überlappungen sind damit weniger sichtbar und es lässt sich viel schneller damit arbeiten. Die Farbrolle muss gleichmäßig und ausreichend Farbe aufgenommen haben. Tragen Sie eine vertikale Farbbahn auf. Nehmen Sie dann erneut Farbe mit der Rolle auf und tragen Sie eine zweite Farbbahn mit rund 40 cm Abstand zur ersten auf. Rollen Sie die Farbrolle danach diagonal zwischen den Farbbahnen hin und her. Stellen Sie sicher, dass die Farbe bis in alle Lücken und Fugen vordringt. Streichen Sie die Wand dann von oben bis zur Hälfte nach unten und danach von dort bis zum Boden.
    Fahren Sie anschließend auf der linken bzw. rechten Seite mit der nächsten Farbbahn fort. Für kleinere Bereiche oder an den Tür- und Fensterrahmen verwenden Sie eine schmale Farbrolle. Hinweis: An den nassen Farbkanten arbeiten Sie stets vom trockenen zum nassen Bereich.

  11. Leiter oder Gerüst

    Wählen Sie einen trockenen, windstillen Tag für die Streicharbeiten. Verwenden Sie eine stabile Leiter oder Trittleiter, die rund einen Meter über der Arbeitshöhe enden sollte. Achten Sie darauf, dass die Leiter auf einer festen Fläche steht und guten Halt hat, um Unfälle zu vermeiden.
    Lehnen Sie die Leiter in einem Winkel von ca. 15° gegen die Wand. Sobald Sie auf der Leiter weiter als eine Armlänge seitwärts arbeiten müssen, stellen Sie die Leiter entsprechend um.

  12. Wandabstandhalter

    Ein Abstandhalter für die Leiter sorgt für mehr Stabilität und Sicherheit beim Arbeiten und kann einfach an jede Leiter montiert werden. Er ist besonders nützlich, wenn man z. B. an überhängenden Regenrinnen arbeiten muss. Ein Abstandhalter erhöht den Abstand zwischen Leiter und Wand gewöhnlich um 35 cm. Am sichersten ist es, ein Gerüst oder eine Arbeitsbühne zu mieten.

  13. Regenrinnen

    Oft müssen auch Wartungsarbeiten an den Dachrinnen und -kanten vorgenommen werden, die danach ebenfalls gestrichen werden müssen. Wenn Sie ein Gerüst oder eine Arbeitsbühne gemietet haben, können Sie außerdem den technischen Zustand der Dachrinne prüfen und eventuell nötige Reparaturen durchführen. Siehe auch die Schritt-für-Schritt-Anleitung zu „Regenrinne warten

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