Verschiedene Arten von Farben und Lacken

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Wenn Sie die Wände streichen, können Sie Ihrem Zuhause innerhalb relativ kurzer Zeit sowohl innen als auch außen einen ganz neuen Look verpassen. Es gibt verschiedene Arten von Farben für die Anwendung im Haus oder im Außenbereich. Auch die Art der Oberfläche, die gestrichen werden soll, ist ein wichtiger Aspekt – das kann Holz, Metall, Putz, Beton, Mauerwerk oder Kunststoff sein. Jedes Material hat seine ganz eigenen Merkmale, sodass die Wahl der richtigen Farbe entscheidend ist. Die Auswahl reicht von Lasuren und High-Solid-Lacken bis zu hochglänzender oder seidenmatter Farbe. Viele dieser verschiedenen Farben haben eine hohe Haltbarkeit, wobei natürlich die normalen Verschleißerscheinungen oder Beschädigungen nicht zu vermeiden sind.

Mit Farbe und Lack werden die Streichmaterialien bezeichnet, die durch Verdunstung von Wasser oder einem Lösungsmittel trocknen. Sie bestehen aus verschiedenen Stoffen wie Lösungsmitteln, Pigmenten, Zusätzen und Bindemitteln. Dabei gibt es Farben und Lacke auf Wasserbasis (Acryl) oder auf Lösungsmittelbasis (Alkyd).

Wichtig
Verwenden Sie Pinsel und Rollen von guter Qualität. So erhalten Sie ein wesentlich besseres Ergebnis.

  1. Grundierung als Basis

    Damit die Farbe besser auf dem Untergrund haftet und intensiver deckt, sollte immer eine Grundierung verwendet werden. Sie hat spezielle Eigenschaften, die sich von der Deckfarbe unterscheiden, und ist für ein gutes Ergebnis entscheidend. Dabei sorgt die Grundierung vor allem dafür, dass der Untergrund die Farbe nicht mehr so stark absorbiert und diese deshalb besser haftet. Die Grundierung verhindert auch, dass Schmutz vom Untergrund in die Deckfarbe vordringt. Auf Metallflächen muss eine spezielle Vorstreichfarbe oder eine Rostschutzgrundierung verwendet werden.

  2. Grundierungen für Wände

    Wenn Sie auf eine unbehandelte Mauer- oder Betonwand nur die Deckfarbe auftragen, wird sie stark von der Wand absorbiert, da die Wand porös ist. Sie werden kein gutes Endergebnis erzielen, da die Farbe nicht ausreichend deckt und die überlappenden Bahnen der Farbrolle zu sehen sind. Deshalb sollte zuerst eine Grundierung aufgetragen werden. Sie können dabei Grundierungen für Putz, Gipsbetonplatten oder Mauerwerk verwenden. Die Grundierung verhindert auch, dass Nikotin, Küchendunst, Schmutz, getrocknete Wasserflecken oder Filzstiftflecken durch die Farbe nach außen dringen. Wenn Sie eine Grundierung verwenden, werden Sie in dieser Beziehung keine bösen Überraschungen erleben.

  3. Alkydlack

    Alkydfarbe ist ein Kunstharzlack, der sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich geeignet ist. Er besteht zu 40 bis 50 % aus Terpentin und kann dementsprechend auch mit Terpentin verdünnt werden. Er haftet nicht auf Acrylfarbe und ist in seidenmatter oder hochglänzender Ausführung erhältlich. Alkydfarbe ist nach 16 Stunden überstreichbar.
    Professionelle Maler verwenden oft Alkydfarbe, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Für die vorletzte Farbschicht wird meist eine Mischung aus Grundierung und Deckfarbe im Verhältnis 1:1 verwendet. Bei seidenmatten Farben glänzen die Oberflächen weniger. Reinigen Sie Ihr Werkzeug nach dem Gebrauch mit Terpentin.

    Ausbleichen
    Das Alkydharz in dieser Art von Farbe bleicht mit der Zeit aus. Die Bindemittel verfärben sich durch UV-Strahlung oder Lichtmangel. Das wird durch dunklere und hellere Seiten sichtbar, z. B. bei Möbeln und den Innenseiten von Schränken oder Türrahmen. High-Solid-Lacke haben einen besonders hohen Feststoffanteil, sodass sie eine dicke Lackschicht bilden und eine gute Deckkraft haben.

  4. Acrylfarbe

    Acrylfarbe wird vor allem im Innenbereich verwendet und eignet sich weniger für den Außenbereich. Sie hält rund vier Jahre. Diese Art von Farbe enthält nur 5 bis 10 % Terpentin und kann mit Wasser verdünnt werden. Sie haftet ziemlich gut auf Alkydlack und wird mit speziellen Pinseln oder Lackrollen aufgetragen. Die Farbe ist nach 6 bis 8 Stunden durchgetrocknet und kann dann in dünnen Schichten überstrichen werden. Acrylfarbe ist in seidenmatt und glänzend erhältlich, aber nicht in hochglänzend wie Alkydlack.

    Sie hat den Vorteil, dass sie sich mit Wasser verdünnen lässt. Außerdem verbreitet sie keinen Lösungsmittelgeruch, trocknet schnell und bleicht nicht aus. Sie müssen allerdings schnell und genau arbeiten können: Sobald Sie eine Schicht Acrylfarbe aufgetragen haben, lässt sie sich nicht mehr korrigieren (sie kann also nicht „geglättet“ werden, wenn Sie fertig sind). Acrylfarben können nur bei Temperaturen zwischen 8°C und 25°C verwendet werden. Reinigen Sie Ihre Werkzeuge nach dem Gebrauch mit warmem Wasser und Spülmittel.

  5. Überstreichen

    Acrylfarbe kann auf eine Alkydlackschicht gestrichen werden, wenn diese gut angeschliffen ist. Umgekehrt funktioniert es aber nicht! Wenn Sie also einmal Acrylfarbe verwendet haben, müssen Sie zum Überstreichen ebenfalls Acrylfarbe nehmen. Möchten Sie wieder eine lösungsmittelhaltige Alkydfarbe verwenden, müssen Sie zuerst alle Acryllackschichten entfernen. Meistens lässt sich Acrylfarbe mit einem Schaber oder Heißgebläse entfernen, im schlimmsten Fall muss ein Abbeizer verwendet werden.

  6. Latexfarbe

    Die Bezeichnung Latexfarbe stammt aus den 1940er-Jahren und steht für eine Farbe, die natürliches Latex als Bindemittel nutzt (flüssiges Kautschuk). Latex ist ursprünglich ein natürliches Produkt des brasilianischen Kautschukbaums (Hevea brasiliensis). Aus dem Milchsaft des Baums wird Naturkautschuk hergestellt. Heute enthalten Latexfarben kein natürliches Latex mehr. Farbenhersteller verwenden stattdessen synthetische Polymere für Acryl- und Vinylfarbe. Die heutigen „Latex“-Farben haben eine völlig andere chemische Zusammensetzung und auch andere Eigenschaften als Farben mit echtem Latex. „Latexfarbe“ ist also nicht der richtige Name für eine wasserhaltige Farbe, die tatsächlich auf Acrylfarbe basiert.

  7. Lasuren und Lacke

    Lasur: Dieser Lack verleiht Holzoberflächen eine Färbung, wobei die Holzmaserung sichtbar bleibt und das Holz atmen kann.
    Farblack: Dieser Lack ist deckend, sodass die Holzmaserung nicht mehr sichtbar ist und die Oberfläche geschützt wird. Sowohl Lasuren als auch Farblacke sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Es lassen sich zudem spezielle Farben in einer Mischmaschine anmischen. Lasuren gibt es außerdem in verschiedenen Holztönen wie Teak, Sandelholz oder Meranti. Sie sorgen nicht nur für einen dekorativen Effekt, sondern schützen auch das Holz. Lasuren und Lacke können direkt auf dem Holz als erste Schicht aufgetragen werden, sollten dann aber um 10 % verdünnt werden. Schleifen Sie die Lackschicht leicht an, bevor Sie die nächste auftragen.

  8. Klarlack

    Klarlack ist weniger widerstandsfähig gegen UV-Strahlung. Er bietet genug Schutz für die Oberfläche, darunter kann das Holz jedoch verrotten, was dann jedoch einfach zu erkennen ist. Klarlack ist sowohl in Acryl- als auch in Alkydausführung erhältlich. Parkett- und Treppenlacke sind von allen Klarlacken am strapazierfähigsten.

  9. Farbmischmaschine

    Farbmischmaschinen sind im Fachhandel unentbehrlich geworden. Beim Mischen werden eine Reihe von Grundfarben und Pigmentpasten verwendet, um die gewünschte Farbe zu erhalten. Der Prozess wird über einen Computer gesteuert. Bei Bedarf kann die angemischte Farbe später nachbestellt werden. Auf diese Weise kann praktisch jeder gewünschte Farbton hergestellt werden, wobei die Farben genau abgestimmt werden können, um ein harmonisches Gesamtbild zu erhalten. Außerdem können Sie sich auf die Standard-Farbmuster der Hersteller und das internationale RAL-Farbsystem beziehen.

  10. Lösungsmittel

    Lösungsmittel dienen zum Lösen und Verdünnen von Farben und Lacken. Sie werden immer noch häufig zum Streichen von Holzoberflächen verwendet. Sie verdunsten schnell, können aber schädlich für die Gesundheit und die Umwelt sein. Zu den am meisten verbreiteten Lösungsmitteln gehören Terpentin, Alkohol, Aceton, Terpentinersatz und Verdünner. Bei Acrylfarbe wird in der Regel Wasser als „Lösungsmittel“ verwendet.

  11. Überstreichen alter Lackschichten

    Bevor Sie eine neue Lackschicht auftragen, müssen Sie wissen, welche Art von Farbe für die alte Schicht verwendet wurde. Wenn Sie die gleiche Art von Farbe nehmen möchten, reicht es aus, die Oberfläche anzuschleifen und Löcher und andere Unebenheiten mit Kitt auszugleichen. Wenn Sie den ursprünglichen Holzuntergrund wieder sichtbar machen oder Alkydlack verwenden wollen, obwohl die alte Schicht aus Acryllack besteht, muss der gesamte alte Lack mit einem Brenner, Heißluftgebläse oder mit Abbeizer entfernt werden.

  12. Heißluftgebläse

    Ein Heißluftgebläse eignet sich ideal zum Entfernen alter Farbschichten. Durch die Hitze wird die alte Farbe weich und kann dann relativ einfach mit einem Farbschaber entfernt werden. Achten Sie darauf, dass Sie die heißen Farbdämpfe nicht einatmen und die Holzoberfläche nicht verbrennen. Wenn Sie mehrere dickere Farbschichten entfernen müssen, ist ein Multi-Stripper mit einer Reinigungsscheibe eine gute Lösung.

  13. Abbeizer

    Wenn Sie die Arbeit mit einem Heißluftgebläse zu schwierig finden, können Sie auch einen Abbeizer verwenden. Er eignet sich sehr gut für synthetische Farben, funktioniert aber bei Acrylfarben weniger gut. Mit einem Abbeizer lassen sich mehrere Farbschichten auf einmal entfernen, wenn Sie ihn lange genug einwirken lassen. Tragen Sie eine Atemschutzmaske und Schutzhandschuhe. Entfernen Sie dann die alte Farbe, bevor sie wieder aushärtet.
    Achtung! Wenn sich Spritzer des Abbeizers auf Ihrer Kleidung befinden, lassen Sie sie auf keinen Fall mit der Haut in Berührung kommen. Falls dies doch geschieht, unterbrechen Sie die Arbeit und spülen Sie Ihre Kleidung mit reichlich sauberem Wasser aus. Nachdem Sie die alte Farbschicht entfernt haben, reinigen Sie die Oberfläche mit Wasser und lassen Sie sie trocknen, bevor Sie eine neue Lackschicht auftragen. Achten Sie darauf, dass die Arbeitsumgebung gut belüftet ist, und halten Sie Kinder fern von Ihrem Arbeitsbereich.

  14. Füllstoffe

    Beschädigte Stellen, Lücken, Risse und andere Unebenheiten können Sie mit Füllstoffen ausgleichen (bei Bedarf auch mit elastischen). Bei Rissen sollte Sie diese zuerst öffnen und vergrößern, da der Füllstoff bei zu kleinen Mengen nicht haftet und der Riss erneut erscheint. Nach dem Trocknen vorsichtig abschleifen. Bei unbehandeltem Holz können Sie Kerben und Risse mit Holzkitt in der entsprechenden Holzfarbe füllen.

  15. TIPP!

    Mischen Sie Holzkitt mit etwas Sägemehl, um die Farbe ideal anzupassen. Die ausgebesserte Stelle ist dadurch fast unsichtbar.
  16. Dichtmasse

    Verwenden Sie überstreichbare Acryl-Dichtmasse, um Makel zwischen Wand und Fensterrahmen auszugleichen. Auf keinen Fall Silikon-Dichtmasse verwenden, da die Farbe darauf nicht haftet. Warten Sie, bis die Dichtmasse getrocknet ist, und schleifen Sie sie dann vorsichtig glatt. Tragen Sie bei Bedarf eine Grundierung auf, um eine vollständige Deckung sicherzustellen. Reinigen Sie verschmutzte oder fettige Dichtungsstreifen, vor allem in Küche und Bad, mit Ammoniak. Die Oberkanten von Türen und Fensterrahmen sowie die Türöffnungen sollten mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Wenn Sie im Bad oder anderen Nassbereichen Dichtmasse anwenden wollen, sollte diese mit einem Anti-Schimmel-Zusatz ausgestattet sein. Er verhindert die Bildung des bekannten Schwarzschimmels.

  17. Abdeckband

    Wenn Sie Abdeckband benutzen möchten, besorgen Sie sich hochwertiges Maler-Abdeckband – gewöhnlich ist es blau oder grün. Kleben Sie es in kurzen, überlappenden Stücken auf und drücken Sie es gut an, damit die Kanten fest kleben. Das Abdeckband sollte möglichst gleich nach dem Streichen wieder entfernt werden, noch bevor die Farbe vollständig getrocknet ist. Die Lackkanten könnten sonst beschädigt werden. Ist die Farbe bereits trocken, ziehen Sie das Abdeckband vorsichtig in einem Winkel von 30° bis 45° ab. Wenn Reste des Bands kleben bleiben, können Sie diese vorsichtig mit einem scharfen Hobbymesser von der Farbschicht abschneiden.

  18. Some other examples of different kinds of paints

    Weitere Beispiele für verschiedene Arten von Farbe:

    •    Spezielle Wandfarbe für Feuchträume
    Diese Spezialfarbe verhindert Schimmel auf Einsteinmauerwerk.

    •    Magnetfarbe
    In der Farbe sind Metallpartikel enthalten, sodass Magnete mit Notizen und Nachrichten auf der Oberfläche befestigt werden können.

    •    Tafelfarbe
    Die Oberfläche kann mit Kreide beschrieben und bemalt werden.

    •    Nachtleuchtfarbe
    Diese Farbe absorbiert Licht und gibt es im Dunkeln wieder ab. Der Leuchteffekt verschwindet nach einer Weile, erscheint jedoch wieder, wenn die Oberfläche erneut Licht ausgesetzt wurde.

    •    Lackspray
    Lack in einer Sprühdose gleicht gut aus und hat eine hohe Deckkraft und Haftung. Er kann sowohl für behandelte als auch für unbehandelte Flächen aus Holz, Metall, Aluminium, Glas, Stein und verschiedenen Kunststoffen verwendet werden. Praktisch für schwer zugängliche Stellen.

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